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Wahnsinnige Wissenschaftler in Österreich von übergeschnappter Jägerschaft finanziert
48 Rohrweihen jährlich - also insgesamt 144 Vögel in den nächsten drei Jahren - sollen unter dem Deckmantel eines wissenschaftlichen Projektes der BOKU Wien abgeschossen werden. „Ein massiver Anschlag auf eine seltene Greifvogelart in Niederösterreich“.
www.wwf.at
english speaking: www.proact-campaigns.net
„Dieses Projekt kann nur als Ausrottungskampagne interpretiert werden; ein Forschungsprojekt an einer gefährdeten Art - wo man erst mal die Tiere umbringt um sie zu untersuchen - ist wissenschaftliche Steinzeit“, stellt Artenschutzexperte Norbert Gerstl vom WWF fest. Darüber hinaus hat der Abschuss von Tieren während der Brutzeit und das in Kauf nehmen von verhungernden Jungvögeln nichts mehr mit der von der Jägerschaft so hoch gehaltenen Waidgerechtigkeit zu tun.

„Es gibt rund 300-400 Brutpaare der Rohrweihe in Österreich, von diesen brüten 50-100 Paare in Niederösterreich. Hiermit ist bei 144 geschossenen Individuen in 3 Jahren von einem massiven negativen Einfluss auf die nieder- aber auch gesamtösterreichische Population auszugehen“, sagt Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich.

„Auch VIER PFOTEN verurteilt den geplanten Abschuss der Greifvögel im vermeintlichen Interesse der Forschung. Greifvögel zu Sündenböcken für den Rückgang der Niederwild-Population wie z.B. Hasen zu machen, hat seinen Ursprung in einem veralteten Besitzdenken der Jäger und dem damit verbunden Wunsch, ihre tierische Jagd-Konkurrenten auszuschalten. Bedauerlich, dass sich eine verdiente wissenschaftliche Institution wie die Universität für Bodenkultur hier zum Handlanger eines anachronistischen Jagdverständnisses macht“, ist auch Andreas Sax, Kampagnenleiter von VIER PFOTEN, empört.

Der WWF hat in zahlreichen Gesprächen und Briefwechseln mit der Jägerschaft Alternativen zu dieser Arten gefährdenden Methode vorgeschlagen, die allesamt ignoriert wurden. „Scheinbar geht es der Jägerschaft mehr um die Reduktion der Rohrweihe, als um ein fundiertes Forschungsprojekt“, meint Andreas Wurzer, Leiter der WWF-Naturschutzabteilung.
Und wie soll es weitergehen? Sollte das Ergebnis dieses Projekts sein, dass die Rohrweihe einen Einfluss auf das Niederwild hat, erhebt die Jägerschaft dann Forderungen nach weiteren Abschüssen? Und welche Greifvögel werden als nächstes „wissenschaftlich untersucht“?
Solange darüber hinaus auch illegale Übergriffe gegenüber Greifvögel wie illegale Abschüsse und Vergiftungen regelmäßig vorkommen, brauchen wir über dieses österreichische Pendant zum „wissenschaftlichen Walfang“ gar nicht nachdenken, halten die Organisationen abschließend fest.


Kommentar    
 
 rollinger hat dazu noch geschrieben: am 8. Juni 2005, 13:53
Ich fass es nicht.
Mit solchen Argumenten hat man auch eine Zeit lang den Fuchs in Bayern nieder gemacht. Er würde den Goldfasan zu stark dezimieren und den müsse man schützen. Das der Goldfasan kein heimisches Tier ist sondern aus Persien stammt und deswegen die Camouflage nicht greift, hat keinen der Jäger interessiert.
Experimente an Jäger sollte man vielleicht durchführen.

 
 schmerles erwiderte dazu am 8. Juni 2005, 14:23
und an Institutsleitern

 
 bossanova erwiderte dazu am 8. Juni 2005, 17:37
Schnabel krumm,
Finger krumm. Habe ich so gelernt. Aber die Herren können doch auch Gewölle-Untersuchungen machen - das Revier von Weihen ist ja bekannt -, und somit ihrem wissenschaftlichen Anspruch gerecht werden.

Als nächstes dann Rotwild plätten, wurde ja auch aus Ungarn auf Grund der Größe (Führer Wunsch!) im Süden und Norden angesiedelt.

 
 schmerles erwiderte dazu am 8. Juni 2005, 19:47
Alle Jäger schießen
auf alles. Und nun wissenschaftlich willfährig sanktioniert.

 
 rollinger erwiderte dazu am 8. Juni 2005, 21:18
Irgendwann brach man bei Kaiserslautern das Projekt ab, dort wieder Wild seßhaft zu bekommen, weil kein Geld mehr da war.

5 Jahre später war das Wild von alleine da!

 
 schmerles erwiderte dazu am 8. Juni 2005, 21:31
Wa da nicht im letzten Winter die Wildschweinsache auf der A6?

 
 rollinger erwiderte dazu am 9. Juni 2005, 10:48
Hm Wildschweine sind hier viele auf der A6 unterwegs.


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